Autorin aus Leidenschaft
Edith Thabet erzählte immer schon gerne Geschichten. Für ihren Sohn erfand sie fantasievolle Märchen, die prompt veröffentlicht wurden. Seit Beginn ihrer Karriere als Kinderbuchautorin veröffentlichte sie bereits mehr als 70 Publikationen.
Edith Thabet: "Schon als Kind in Ottakring habe ich Märchen und Gedichte geschrieben."
Leben & Freude: Was haben Sie vor dem Schreiben gemacht?
Edith Thabet: Nach der Matura habe ich in einem Reisebüro und als Sachbearbeiterin in einem Exportbüro gearbeitet. Danach war ich 20 Jahre „fulltime“ zu Hause für meine Familie da. Zu dieser Zeit habe ich begonnen, Kinder- und Jugendbücher zu schreiben. Seit zehn Jahren arbeite ich nun ganztags im Büro der Behindertenhilfe des Fonds Soziales Wien und verfasse in meiner Freizeit weiterhin Bücher – vor allem für Kinder.
Wie gestaltete sich Ihr Werdegang?
Schon als Kind in Ottakring habe ich Märchen und Gedichte geschrieben – später Kurzprosa, die auch in Literaturzeitschriften erschienen ist. Für meinen Sohn, der mittlerweile erwachsen ist, habe ich dann Geschichten erfunden und an Verlage geschickt.
Wie ging es weiter?
Nach den ersten veröffentlichten Kinderbüchern kam ein Anruf vom ORF. Ich wurde gefragt, ob ich Drehbücher für „Am dam des“ schreiben würde. Klar wollte ich und tat es dann auch jahrelang – auch für die Nachfolgesendung „Mimis Villa Schnattermund“, bis sie 2001 eingestellt wurde. Auch für die Rätselsendung „1, 2 oder 3“ des ZDF habe ich damals Drehbücher verfasst. Danach folgten Lernspielhefte und weitere Kinderbücher. Insgesamt über 70 Publikationen. Derzeit schreibe ich auch laufend Artikel für das Buchklub-Heft „YEP“ für die 3. und 4. Volksschulklassen.
Woher schöpfen Sie Ihre Inspiration?
Einzelne Ideen fliegen mir zu, ich notiere sie und irgendwann fügt sich aus diesen Mosaiksteinchen eine Geschichte zusammen. Sehr oft geben aber die Verlage die Themen vor. Da fällt mir dann zum Glück auch immer ziemlich rasch etwas Passendes ein.
Wie sieht Ihr Alltag heute aus?
Das Übliche: Arbeit, Haushalt, Familienleben genießen. An den Wochenenden plane ich immer einige Stunden fürs Schreiben ein. Meine Arbeit in der Behindertenhilfe ist abwechslungsreich und macht mir sehr viel Freude. Ich werde sie vermissen, wenn ich nächstes Jahr in Pension gehe. Andererseits bleibt mir dann mehr Zeit für meine Hobbys und fürs Schreiben, das ist natürlich auch schön.
Welchen Hobbys gehen Sie nach?
Lesen, mit unseren beiden Perserkatzen spielen, Blumen und Gemüse in unserem Garten pflanzen und Autofahren üben. Ich habe nämlich vor Kurzem den Führerschein gemacht – mit 63!
Was zeichnet für Sie Wien aus?
An Wien schätze ich den Wohlfühlfaktor – die gemütliche wienerische Lebensart und die Vielfalt an Kulturschätzen und Freizeitmöglichkeiten. Ich gehe gern in den Straßen der City und in den großen Parks am Stadtrand spazieren.
Was gefällt Ihnen besonders am Schreiben?
Das Eintauchen in meine Fantasiewelt. Ich denke mir Personen aus und versetze mich in sie hinein. Der Rest ergibt sich praktisch von selbst, aus ihrem Charakter und den Lebensumständen, die ich für sie erfunden habe. Ich schreibe aber primär nicht, weil es mir gefällt (das tut es natürlich), sondern weil ich muss. Es ist in mir drinnen, ich kann gar nicht anders. Ob das Ergebnis dann gedruckt wird oder nicht, ist nebensächlich.
Welches Ihrer Bücher mögen Sie am meisten?
Alle. Sie sind wie Kinder. Jedes ist anders und unverwechselbar und hat seine eigene Persönlichkeit. Ich freue mich gerade über meine zwei jüngsten Bücher, „Schlaf gut, Tobi Taps“ und „Dicke Luft und Pferdeduft“. Außerdem bin ich schon auf die beiden nächsten gespannt, die im Herbst erscheinen werden: „Max und das Krippenspiel“ und „Wunderbare Waldweihnacht“.
Welche Bücher lesen Sie privat gerne?
Am liebsten lese ich Geschichten über den Alltag in fernen Ländern, Biografien historischer Persönlichkeiten, Kriminalromane und Gedichte.