Eistänzerin aus Leidenschaft
Die Verfassungsrechtlerin Brigitte Hornyik entdeckte vor Jahren das Eistanzen für sich. Mittlerweile kann sie schon gar nicht mehr ohne Walzer, Boogie und Tango auf dem Eis sein. Leben & Freude erzählt sie, was sie daran so fasziniert.
Eistanz kombiniert Sport und Tanzen.
Leben & Freude: Wie kamen Sie zum Eistanz?
Brigitte Hornyik: Das war eher zufällig. Ich bin im Wiener Eislaufverein manchmal „normal“ im Kreis gelaufen. Einmal wurde ich dabei auf ältere Herrschaften aufmerksam, die in der Mitte des Platzes Walzer getanzt haben. Das wollte ich dann auch ausprobieren. Darum habe ich mich zu diesem wöchentlichen Eistanzkurs angemeldet, bei dem man hobbymäßig ein paar Schritte lernt. So fing das Ganze an. Da es mir so eine Freude machte, folgten dann noch weitere Kurse und Privatstunden.
Wie lernt man am besten, eine flotte Sohle auf das „Eis“ zu legen?
Prinzipiell ist so ein Kurs beim Wiener Eislaufverein für den Anfang sehr zu empfehlen. Man kann ja auch nicht auf einen Ball gehen, ohne einen Grundschritt zu beherrschen. Zunächst lernt man einmal alleine ein paar Schritte. Danach werden Paare gebildet.
Kann man auch als Einzelperson zum Kurs gehen?
Ja, das habe ich auch gemacht. Ich tanze mit verschiedenen Partnern. Durch die Kurse habe ich schnell Gleichgesinnte kennengelernt. Mittlerweile sind wir schon eine nette Gruppe geworden. Es sind ja immer sehr gesellige Runden mit vorwiegend älteren Herrschaften. Die älteste Teilnehmerin ist sogar schon 80!
Wie kann man sich dazu anmelden?
Das Gute daran ist, dass man sich nicht fix voranmelden muss, sondern einfach beim ersten Termin vorbeischaut. Der ganzen Kurs ist auch nicht im Voraus zu bezahlen. Neben der Eintrittskarte zahlt man pro Abend einfach 5 Euro. Wenn man es schon ein bisschen besser kann, gibt es eine Gruppe für Fortgeschrittenere. Mit Beginn der Eislaufsaison gehen die Kurse wieder Mitte November los.
Was gefällt Ihnen so am Eistanz?
Ich habe immer schon gerne getanzt und Sport betrieben. Eistanz bietet mir eine wunderbare Möglichkeit, das zu kombinieren. Es ist eine wunderbare Form der Bewegung. Noch dazu ist es an der frischen Luft und nicht so einsam, wie etwa laufen zu gehen. Da lernt man automatisch Leute kennen und ist in netter Gesellschaft. Gleichzeitig ist es ein Hobby, bei dem man dranbleiben sollte. Man möchte sich ja die Schritte und Drehungen der Tänze merken. Eine Bekannte von mir sagt immer, dass es gleichzeitig „Kopftraining“ ist.
Was lernen Sie aktuell?
Momentan poliere ich meine Blues- und Tangodrehungen auf. Das ist wie beim normalen Tanzkurs. Die Grundschritte beherrsche ich mittlerweile, und jetzt lerne ich zusätzliche Schrittfolgen für das Tanzniveau Silber.
Wie oft findet man Sie auf dem Eis?
Im Schnitt bin ich pro Woche drei Mal für eineinhalb Stunden auf dem Eis. Im Frühling und Sommer bin ich immer in der Stadthalle. Da finden zum Beispiel dienstags für Fortgeschrittenere Rundtanzabende statt. In der kalten Jahreszeit gibt es dann mehr Angebot. Dann bin ich am liebsten beim Wiener Eislaufverein am Heumarkt. Das hat im Winter ein sehr nettes Ambiente und ich mag den Platz sehr. Der Tanzkreis, den ich damals beim normalen Eislaufen beobachtet habe, fand bis jetzt immer Dienstag, Mittwoch und Freitag am Abend statt. Am Samstag und Sonntag war er bislang immer um die Mittagszeit.
Was zieht man am besten zum Eistanzen an?
Wichtig ist Kleidung, die viel Bewegungsfreiheit zulässt. Also keine Rüscherlkostüme, sondern Sportbekleidung. Am besten etwas Elastisches wie Tanzbekleidung. Da man bei der Bewegung auf dem Eis ins Schwitzen kommen wird, sollte man sich auch nicht zu warm anziehen.
Was machen Sie beruflich?
Da geh' ich in eine ganz andere Richtung. Ich bin Verfassungsrechtlerin. Ich leite die Verwaltung des Rechtsinformationssystems des Bundes am Verfassungsgerichtshof.