Pilze: Sicher ist sicher
Schwammerln haben jetzt Hochsaison. In Wiens Wäldern ist die Auswahl an Pilzen riesengroß. Doch vorsicht: Nicht jeder kann auch gegessen werden. Deswegen bietet das Marktamt eine gratis Pilzbegutachtung an.
Der Satanspilz ist einer von 56 giftigen Pilzen, den das Marktamt vergangenes Jahr "aus dem Verkehr gezogen hat"
Jetzt beginnt die Hochsaison für Pilze. Über 3.000 Pilzarten gibt es in Mitteleuropa. Sie wachsen in Wäldern, auf Wiesen, in den Auen aber auch in den Parkanlagen. Ob Herrenpilz, Parasol, Eierschwammerl, Edelreizker, bei manchen Pilzen handelt es sich um wahre Delikatessen. Viele Pilzarten sind jedoch für den Menschen ungenießbar. Wenige sind wirklich gefährlich bzw. giftig. Trotzdem kommt es jedes Jahr zu Pilzvergiftungen, die leider auch tödlich ausgehen können.
"Damit es nach einem Schwammerlausflug nicht zu bösen Überraschungen kommt, bietet das Wiener Marktamt kostenlose Pilzbegutachtungen. Wer sich bei den gesammelten Pilzen nicht sicher ist, ob sie essbar sind oder nicht, sollte diese kostenlose Leistung der Stadt Wien in Anspruch nehmen", betont KonsumentInnenschutzstadträtin Sandra Frauenberger.
56 giftige Pilze entdeckt
Letztes Jahr wurden 478 Pilze von den MitarbeiterInnen des Marktamtes (MA 59) bestimmt, 253 Pilze davon waren Speisepilze. Allerdings wurden die Marktamtsbediensteten auch mehrmals zu LebensretterInnen, es waren auch 56 giftige Pilze, u.a. Knollenblätterpilze, Satanspilze und Pantherpilze, dabei.
AnfängerInnen sollten sich laut dem Pilzexperten Alexander Hengl zunächst auf eine Sorte spezialisieren. „EinsteigerInnen empfehle ich Röhrlinge. Sie sind einfach zu erkennen. Haben sie aber rote Röhren: Finger weg! Denn dann sind sie giftig.“ Hilfreich ist ein gutes Bestimmungsbuch.
Entwarnung in Sachen Radioaktivität
Seit der Kernreaktorexplosion in Tschernobyl sind Pilze ein wenig in Verruf geraten, nehmen doch gerade Wildpilze bevorzugt radioaktive Nuklide auf. Diesbezüglich gibt das Wiener Marktamt aber Entwarnung. Das Amt zieht jedes Jahr Proben von Wildpilzen und lässt sie in einem Labor untersuchen. In den letzten Jahren gab es keine Beanstandungen in Sachen Radioaktivität.
Außerdem gehen ExpertInnen davon aus, dass bei der normalen Verzehrmenge die Strahlenbelastung geringer ist als bei einem normalen Flugzeugflug.
Lebensmittel-Hotline
Nähere Informationen gibt es bei der kostenlosen Lebensmittel-Hotline unter der Wiener Telefonnummer 4000-8090. Die Hotline ist Montag bis Freitag zwischen 9 und 18 Uhr, Samstag zwischen 9 und 17 Uhr und Sonntag zwischen 9 und 15 Uhr besetzt.