Einkaufen mit sozialem Gewissen
Ein 70 m2 großer Laden in der Währinger Straße 77 ist seit Kurzem der Geheimtipp für alle, die individuelles Design schätzen. Das Besondere daran: Die Einzelstücke stammen von psychisch kranken, behinderten und langzeitarbeitslosen Menschen.
Gesundheits- und Sozialstadträtin Mag.a Sonja Wehsely und NRAgb. Mag.a Christine Lapp, Präsidentin des Vereins Wiener Sozialdienste, eröffnen den Shop "handwerKunst" in der Währinger Straße.
DesignerInnengeschäfte gibt es viele. Wer aber im Laden „handwerKunst“ einkauft, bekommt nicht nur schöne Dinge für sein Geld, sondern erfüllt auch einen sozialen Zweck. Denn die extravaganten Halsketten, die ausgefallene Tischwäsche, die farbenfrohen Filzblumen und die zahlreichen Papierprodukte sind nicht nur liebevoll hergestellte Einzelstücke. Alle angebotenen Produkte stammen aus sozialökonomischen Werkstätten und werden von Menschen mit Behinderungen, psychisch Kranken und Langzeitarbeitslosen hergestellt. Wer ein solches Kleinod ersteht, tut auch Gutes: Die Arbeit dieser Menschen wird aufgewertet und der Fortbestand der Werkstätten gesichert.
Teamwork steht im Mittelpunkt
Für Menschen, denen es nicht so gut geht, ist Anerkennung besonders wichtig. In den Werkstätten können sie ihre Kreativität und handwerklichen Fähigkeiten in geschütztem Rahmen ausleben. Teamarbeit und Sorgfalt stehen dabei im Mittelpunkt.
Betrieben wird der Laden „handwerKunst“ von den Wiener Sozialdiensten. Sämtliche Produkte werden aus der eigenen Beschäftigungstherapiestätte oder aus anderen gemeinnützigen und sozial-ökonomischen Betrieben aus ganz Österreich geliefert. Die Preise bewegen sich zwischen 2,50 bis 70 Euro.
Chance auf selbstbestimmtes Leben
Den Grund für die Unterstützung durch die Stadt erklärt Gesundheits- und Sozialstadträtin Sonja Wehsely so: „Unser Ziel ist es, Menschen in einer scheinbar ausweglosen Situation unter die Arme zu greifen. Dadurch ermöglichen wir ihnen die Chance, wieder ein selbstbestimmteres Leben zu führen.“ Erstes erfreuliches Ergebnis: Zwei Verkäuferinnen haben wieder einen fixen Job gefunden.
Wiener Sozialdienst
Neben dem Betreiben des Geschäfts „handwerKunst“ sind die Wiener Sozialdienste auch für diverse andere Sozialleistungen die erste Anlaufstelle. Die Palette reicht von mobilen Betreuungs- und Pflegediensten für ältere Menschen über ein geriatrisches Tageszentrum und „Betreute Seniorenwohngemeinschaften“ bis zur mobilen Betreuung für Menschen mit Behinderung und/oder psychischen Erkrankungen.
Darüber hinaus bieten die Wiener Sozialdienste Lösungen für Familien- und Partnerprobleme an, informieren SeniorInnen ab dem 65. Lebensjahr kostenlos über kommunale und regionale Angebote der Stadt Wien, führen Behandlungen und Rehabilitation von kranken, behinderten, älteren sowie pflegebedürftigen Personen zu Hause durch. Ebenso werden internationale sowie nationale, wissenschaftlich ausgerichtete Projekte entwickelt und durchgeführt.
Geöffnet ist „handwerKunst“ von Montag bis Freitag 10.30–18 Uhr, samstags 9–14 Uhr.